multiresistente Keime
Krankheiten

Multiresistente Keime – Umgang und Vorbeugung

Wir haben uns heute daran gewöhnt, dass eine Infektion durch Bakterien schnell und praktisch mit Antibiotika behandelt wird. Allerdings hören wir in den letzten Jahren auch immer häufiger über multiresistente Keime beziehungsweise multiresistenten Erregern. Bei diesen multiresistenten Keimen haben die meisten verfügbaren Antibiotika keine abtötende Wirkung.

Was Sie im Umgang mit multiresistenten Erregern, kurz MRE, wissen sollten und welche Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind, zeigen wir Ihnen hier.

Bakterien – Freunde und Feinde zugleich

Meist werden Bakterien nur als Krankheitserreger gesehen. Doch in Wahrheit schützen sie uns auch. Im Darm beispielsweise oder in den Schleimhäuten von Mund und Nase schützen die Bakterien uns vor Krankheitserregern. Durch eine Verletzung der Schleimhaut oder der Haut gelangen Bakterien in den Körper. Dieses können sowohl die körpereigenen Bakterien sein als auch fremde Erreger. Bakterien lösen beispielsweise Wundinfektionen, Lungenentzündungen oder Harnwegsinfekte aus. Ebenso lösen Bakterien eine Blutvergiftung aus.

All dies sind normalerweise Fälle für den Einsatz von Antibiotika. Sollte es sich jedoch um multiresistente Keime handeln, kommt es häufig zu lebensbedrohlichen Infektionen.

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Woher kommen multiresistente Keime?

Meist entstehen multiresistente Bakterien oder Keime durch die falsche Verwendung von Antibiotika. Werden diese zu früh abgesetzt oder zu gering dosiert, können multiresistente Keime entstehen. Ähnlich verhält es sich bei einer zu häufigen Einnahme von Antibiotika.

Welche Faktoren verstärken das Risiko?

– eine oder mehrere Antibiotikatherapien im letzten halben Jahr
– Katheter
– offene Wunden
– stationärer Aufenthalt im Krankenhaus im letzten halben Jahr
– Pflegebedürftigkeit
– stationärer Aufenthalt im Pflegeheim
– medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems
– geschwächtes Immunsystem durch weitere Erkrankungen

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Träger von resistenten Erregern – was bedeutet das?

Gesunde Personen bemerken meist überhaupt nicht, wenn sie Träger des multiresistenten Keims sind. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sie diese an andere Personen im Haushalt weitergeben. Wenngleich eine Übertragung allein durch Kontakt eher selten ist. Allerdings können im Rahmen einer Operation, dem Setzen eines Katheters oder eines ähnlich invasiven Eingriffs auch gesunde Personen durch den MRE geschädigt werden. Durch den Eingriff dringen die Keime in tiefere Gewebeschichten ein und lösen so eine Infektion aus.

Bakterien vermehren sich besonders schnell und zahlreich. Wurde eine Behandlung mit Antibiotika also nicht richtig dosiert oder zu früh abgebrochen, überleben die Bakterien. Durch die schnelle Vermehrung können diese überlebenden Bakterien ihre Resistenz dann direkt weitervererben. Das Erbgut der Bakterien verändert sich dauerhaft und alle nachfolgenden Bakterien besitzen ebenfalls diese Resistenz. Durch die vermehrte Anwendung von Antibiotika sind viele Bakterien gleich gegen verschiedene Antibiotika resistent. Die Keime gelten dann als multiresistent.

Geeignete Antibiotika ermitteln – Infektion bekämpfen

Tritt eine Infektion mit MRE auf, helfen lediglich noch einige wenige Antibiotika. Häufig sind gerade die gängigen Antibiotikamedikamente von der Resistenz betroffen. Um im Rahmen einer Behandlung gegen einen multiresistenten Erreger die passenden Antibiotika zu ermitteln, werden umfangreiche Labortests durchgeführt. Dadurch lassen sich außerdem überflüssige und unwirksame Verschreibungen von Antibiotika verhindern.

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Vorsichtsmaßnahmen

Im Krankenhaus wird auf Hygiene sehr viel Wert gelegt. Patienten, Besucher und medizinisches Personal sollen vor einer Übertragung geschützt werden. Im privaten Haushalt ist nicht nur der Schutz der Mitbewohner wichtig, sondern der Träger des MRE muss ebenfalls vor einer Infektion geschützt werden. Erste und wichtigste Maßnahme, um eine Übertragung zu verhindern, ist das gründliche und häufige Händewaschen.

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Multiresistente Keime – Verbreitung verhindern

Im Haushalt können Sie selbst viel gegen multiresistente Keime tun. Wichtigster Punkt beim Kampf gegen multiresistente Keime ist die Einhaltung der gängigen Hygieneregeln. Das Händewaschen wurde bereits erwähnt, daneben ist es wichtig, alle Hygieneartikel lediglich für eine Person zu nutzen. Handtücher sollten möglichst bei 95 Grad gewaschen werden, auch wenn die meisten Keime schon Temperaturen von 60 Grad nicht überstehen.

– Händewaschen – häufig und gründlich
– Hygieneartikel für jede Person des Haushalts persönlich
– Handtücher heiß waschen
– Waschlappen – möglichst Einmalwaschlappen verwenden
– keine Seifestücke nutzen – Flüssigseife verwenden

Händewaschen – schwieriger als gedacht

Zunächst sollten Sie sich von Seifestücken verabschieden, falls Sie diese noch nutzen. Auf der Seife bleiben selbst bei noch so gründlichem Abspülen Partikel zurück. Diese können gar in die Seife eindringen. Krankheiten und multiresistente Keime werden so mit jedem Händewaschen weitergereicht. Verwenden Sie Flüssigseife und reinigen Sie die Kontaktflächen an den Spendern mehrfach täglich. Besser gegen multiresistente Keime sind natürlich Spender, die ohne Handkontakt auskommen.

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Waschen Sie die Hände immer sehr gründlich, die Finger sollten jeweils die Zwischenräume und Flächen der anderen Hand gut mit Seife oder Handreiniger massieren. Anschließend wird die Seife gründlich abgespült, dabei sollte Ihre Hände sich ebenfalls wieder gegenseitig leicht reiben. Multiresistente Keime haben so schon etwas weniger Chancen.

Obwohl es oft vernachlässigt wird, ist doch das Abtrocknen der Hände ein sehr wichtiger Punkt. Sollte eine Person im Haushalt eine Infektion haben, sind Einmalhandtücher aus einem Papiermaterial die sicherste Lösung. Ansonsten werden die Hände mit einem Handtuch gründlich abgetrocknet. Auch hierbei sollten die Zwischenräume zwischen den Fingern nicht vergessen werden.

Wohnumfeld reinigen – Vorbeugung gegen Keime

Zunächst ist zur normalen Reinigung im Wohnbereich noch kein Desinfektionsmittel nötig. Ein normaler Haushaltsreiniger reicht normalerweise völlig aus, um multiresistente Keime im Wohnumfeld zu bekämpfen. Sollte jedoch einer der Bewohner an einer ansteckenden Krankheit oder einer Infektion leiden, wird Ihnen der Arzt meist zu Desinfektionsmitteln raten.

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Geschirrspülen und Speisen zubereiten

Auch auf dem Geschirr sitzen multiresistente Keime. Daher sollte das Geschirr ebenfalls mit über 60 Grad heißem Wasser gewaschen werden. Das schaffen viele moderne Spülmaschinen in den beliebten Sparprogrammen nicht. Lesen Sie also die Bedienungsanleitung, wie hoch die Temperatur Ihrer Maschine üblicherweise ist. Wird der Abwasch bei diesen Temperaturen von Hand erledigt, sollten Sie natürlich unbedingt feste Gummihandschuhe tragen, die etwas von der Hitze abhalten, die multiresistente Keime abtötet.

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Träger von MRE meiden?

Im Normalfall ist es nicht nötig, Träger eines multiresistenten Keims zu meiden. Zumal dem Träger dies oft gar nicht bekannt ist. Sie sollten den Kontakt jedoch vermeiden, wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben oder unter offenen Wunden leiden. Besonders wenn zusätzlich Diabetes oder eine andere Krankheit die Heilung beeinträchtigt, kann es notwendig sein, den Kontakt zu Personen zu meiden, die Träger oder Erkrankte von MRE sind.

Tipp: Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie multiresistente Keime in sich tragen, müssen Sie nicht unbedingt einen Test durchführen. Steht jedoch eine geplante Operation bevor, kann der Test auf MRE Gewissheit bringen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, kann anhand eines weiteren Labortests festgestellt werden, welche Antibiotika Ihnen nach der Operation im Falle einer Infektion helfen werden.

Umgang mit Antibiotika

Vom Arzt verschriebene Antibiotika müssen nach Anweisung eingenommen werden. Hören Sie nicht mit der Einnahme auf, wenn Sie sich besser fühlen. Bis zum Ende der Behandlung müssen Sie die Antibiotika einnehmen.

Ganz nebenbei sollten Sie nicht bei jeder neuen Erkrankung zu einem anderen Arzt gehen. Wenn es doch nötig sein sollte, den Hausarzt zu wechseln, dann lassen Sie Ihre Unterlagen über bisherige Verordnungen und Behandlungen an den neuen Arzt weiterleiten. Das ist wichtig, damit der behandelnde Arzt jederzeit auf dem Laufenden ist, was die Medikation angeht. Nehmen Sie Antibiotika möglichst selten und nur bei wirklichem Bedarf.

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